Geliebte Haustiere sind Teil der Familie

Marianne Wiessner im Gespräch mit Bewohnern über ihre tierischen Hausgenossen.

Haustiere gehören bei vielen Menschen zum Leben dazu, so auch bei vielen unserer Bewohner. Elsie Lang muss nicht lange überlegen, als ich sie frage, ob auch sie ein Haustier hatte. „Hunde hatten wir und einen Kater, aber nicht gleichzeitig, denn der Kater hat kein anderes Tier im Haushalt geduldet“ beginnt sie zu erzählen. „Der letzte Hund, den ich hatte, war siebzehn Jahre bei mir. Blacky war sein Name. Er war der Polizei zugelaufen, aber nicht abgeholt worden, also hat ihn mein Sohn dann mir mitgebracht.“ Frau Lang kommt ins Schwärmen. „Ein schöner Mischling war er, Labrador und Spitz.“ Gerne hat sie sich um ihn gekümmert, viele Spaziergänge im Wald um Kaiserslautern hat sie mit ihm unternommen.

„Heute könnte ich das nicht mehr“ meint sie mit einem Blick auf ihren Rollstuhl. „Hier dürfte ich eigentlich gar nicht sitzen, ich bin doch immer so viel gelaufen mit Blacky.“, sinniert sie weiter. „Aber dann bin ich gestürzt und der Bruch ist nie so richtig verheilt, deshalb sitze ich jetzt hier.“

Anna Müller hat ebenfalls einen Hund gehabt. „Es war ein kleiner Hund. Er hat bei mir im Haus gelebt.“ Sie denkt einen Augenblick nach und meint dann: „Aber dann war er alt, er ist einfach eingeschlafen.“ Auch Gisela Theobald erzählt jetzt von ihrem Hund. „Argo ist sein Name, er lebt jetzt bei meinem Enkelchen.“ Ihr Ehemann hatte ihn damals gekauft, einen schönen Golden Retriever. Sonja Schmidtgen, die die ganze Zeit interessiert zugehört hat, beteiligt sich am Gespräch. „Mein Ehemann hätte immer gern einen richtig großen Hund gehabt“ meint sie. Mit einem verschämten Lächeln fügt sie hinzu: „Aber ich hatte Angst, besonders vor großen Hunden, deshalb hatten wir dann überhaupt keinen.“

Sie erzählt weiter, dass es auch in ihrem Elternhaus keine Haustiere gegeben hat, insbesondere keine Hunde. Verschmitzt meint sie „Mein Vater war Fleischer, da hatte er den ganzen Tag mit Tieren zu tun, vielleicht wollte er deshalb kein Haustier.“ Heinrich Groß erzählt mir, dass seine Eltern eine Metzgerei in seinem Heimatort hatten. „Immer so circa fünfzig Hühner, meist drei Truthennen und einen Truthahn und drei Perlhühner hatten wir.“ Auf meine Frage, ob die Tiere als Nutzvieh gehalten worden sind, meint er, die Hühner schon, die haben Eier gelegt, die in der Metzgerei verkauft worden sind. Aber die Perlhühner waren nur zum Vergnügen. „Die haben immer nur gemacht, was sie wollten.

Jeden Morgen, wenn wir den Schlag geöffnet haben, sind sie als erste raus und über das Dorf geflogen.“ Aber auch Hunde und eine Katze gehörten zum Haushalt bei Familie Groß. „Einmal hatten wir einen Boxer. Der hieß Bambi, weil er so braun wie ein Reh war.“ Sein Vater hat eine Kiste gebaut und eine Matratze hinein gelegt, darauf hat Bambi geschlafen. „Und immer, wenn Bambi geschlafen hat, hat sich unsere Katze herangeschlichen und sich auf seinen Bauch gelegt“ fügt er mit einem Lächeln hinzu.

Auch Roswitha Wilking erinnert sich an den Schäferhund, den sie hatte, als ihr Mann noch gelebt hat. Der Hund lebte draußen, da sie viel Platz hatten. Auch Goldfische hat sie gehabt. „Die haben leider nie lange gelebt.“ „Aber meine Tochter hat jetzt zwei Hunde, einen Labrador und eine Pudelhündin“ berichtet sie stolz.

Herbert Platz´Augen beginnen direkt zu strahlen, als ich ihn frage, ob auch er ein Haustier hatte. „Ja, einen altdeutschen Schäferhund, Ben heißt er.“ Ein früherer Arbeitskollege hat ihm den Hund vermittelt. „Er musste in einer Garage leben, war ziemlich verwahrlost, die damaligen Besitzer sind nicht mit ihm klar gekommen.“ „Ich habe die Garage geöffnet und er hat mich angeschaut und da habe ich gewusst, er passt zu mir. Wir hatten eine sehr schöne Zeit, er war mein Freund. Jeden Tag bin ich mit ihm in Kirn, wo ich gelebt habe, am Damm spazieren gegangen. Drei Jahre habe ich ihn gehabt, dann bin ich krank geworden und konnte ihm nicht mehr den Auslauf bieten, den er gebraucht hat. Über den ortsansässigen Hundeverein konnte ich einen neuen Besitzer für ihn finden. Jetzt lebt er bei Menschen, die sich gut um ihn kümmern.“, erzählt er traurig. „Über das Internet halte ich noch Kontakt und weiß deshalb, dass es ihm gut geht.“

Hunde sind bei unseren Bewohnern anscheinend die beliebtesten Haustiere. Aber letztendlich finde ich doch noch jemanden, der Katzen als Haustiere hatte. Rita Wagner hat gleich vier gehabt. Die erste Katze hieß Kiki, die zweite Janine, die dritte Sissi und die letzte, die sie hatte, hieß wieder Kiki. „Die habe ich zu meinem siebzigsten Geburtstag von meiner Tochter aus Kiel mitgebracht bekommen. Sie war noch ganz klein, sie hat in eine Kaffeetasse gepasst“ fügt sie schmunzelnd hinzu. „Sie ist eine schöne getigerte Katze, die gern draußen herum gestreunt ist. Aber wenn ich sie gerufen habe, ist sie sofort gekommen. Mäuse und Vögel hat sie mir immer gebracht. Aber nie hat sie sie totgebissen. Nachts war sie im Haus und hat bei mir geschlafen, hat sich an mein Bein geschmiegt.“ „Das vermisse ich manchmal“ fügt sie hinzu.

Aber trotz ihrer Katzenliebe haben sie und ihr Mann auch einen Hund gehabt, ein treues Tier aus dem Tierheim. „Einmal hat er mir das Gebiss meines Mannes gebracht, als der es verloren hatte.“ Zum Schluss erfahre ich noch, dass die Katze Kiki jetzt wieder in Kiel lebt. Als Frau Wagner zu uns gekommen ist, hat ihre Tochter sie wieder mit zu sich nach Kiel genommen.

Es ist festzustellen, dass viele unserer Bewohner ihre treuen Gefährten vermissen, dass die Haustiere ein wichtiger Teil der Familie waren.

Quelle Beitragsbild: © grafi kplusfoto / Dollarphotoclub.com

 

 

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