Wer geht in die Tagespflege?

Eine Tagespflegeeinrichtung bietet mehr als man denkt.

Jeder Mensch hat den Wunsch im Alter so lange es geht, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Vielfach übernehmen Lebenspartner und nahe Angehörige daheim die Pflege und Betreuung, um dem geliebten Menschen seinen Wunsch zu erfüllen. Doch das ist nicht immer leicht zu bewältigen. Die pflegenden Angehörigen haben selbst kaum mehr Freiraum für eigene Bedürfnisse, sie kommen leicht an ihre körperlichen und geistigen Grenzen der Belastbarkeit. Viele Angehörige sind noch berufstätigoder es handelt sich um die Kinder der Pflegebedürftigen, die eine eigene Familie und einen eigenen Haushalt versorgen müssen. Dies führt dazu, dass die älteren Menschen oft und viel allein sind. Es kann trotz aller Fürsorge zu einer Vereinsamung kommen und die Gefahr an einer Depression zu erkranken ist groß. Sie vernachlässigen ihren Haushalt und sich selbst. Sie ziehen sich zurück und verlieren noch vorhandene soziale Kontakte, weil sie nicht mehr in der Lage sind selbstständig eine geregelte Tagesstruktur einzuhalten.

Das Angebot der Tagespflege eröffnet Menschen mit einer Demenz die Chance wieder am  gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie haben wieder eine Aufgabe, sehen es sogar als ihre Pflicht an, die Tagespflegeeinrichtung zu besuchen. Die Erinnerung an ihr Berufsleben mit all den Regeln und den Pflichten des Alltags
gibt ihnen wieder einen Grund aufzustehen, sich zu pflegen und aus dem Haus zu gehen. Nicht selten lässt sich durch dieses tägliche Ritual der Grad der Selbstständigkeit länger erhalten. Gemeinsames Erleben und sinnvolle  Beschäftigungen sorgen für tägliche Abwechslung. Nicht nur körperliche Belange finden Beachtung, es wird auch der Geist gefördert und die Lebensqualität verbessert. Neben alltäglichen Angeboten werden auch Ausflüge und gemeinsame Unternehmungen gestaltet, die keine Eintönigkeit zulassen. Altbewährtes und Neues füllen den Tag mit Leben, Lachen und Zufriedenheit. Angehörige werden entlastet bzw. können beruhigt ihrem Beruf nachgehen. Die Angst den demenzkranken Angehörigen nach Feierabend verletzt aufzufinden oder gar in der Umgebung suchen zu müssen wird ihnen genommen. In der Tagespflegeeinrichtung sorgt ein geregelter Tagesablauf mit gemeinsamen Mahlzeiten für Geborgenheit und Halt. Es werden neue Bekanntschaften geschlossen und verborgene Talente entdeckt. Die Menschen bekommen genügend Freiraum für individuelle Wünsche und Tätigkeiten eingeräumt. Somit  wird kein Tag wie jeder andere.

Bei manchen Menschen mit einer Demenz kann es passieren, dass sie die Gruppe als Familie sehen, die zusammenhalten muss. Sie kennen sich und auch wenn sie sich nicht an den Namen erinnern, erkennen sie die Gesichter und das schafft Vertrauen. Menschen mit körperlichen Gebrechen können auch das Angebot der Tagespflege nutzten. Menschen, die nicht unter einer Demenz leiden, schätzen die Tagespflege als  Begegnungsstätte und freuen sich über die Abwechslung im Alltagstrott. Die Kosten müssen die Tagesgäste, wenn keine Eingruppierung in einen Pflegegrad vorhanden ist zwar selbst tragen, aber sie genießen das Entfliehen aus der Einsamkeit und der Einöde der eigenen vier Wände. Einige engagieren sich sogar in der Einrichtung und unterstützen die anderen Tagesgäste bei den täglichen Verrichtungen. (as)

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