Eat by Walking – Essen und Demenz / Teil 1

„Eat by Walking“ ist ein Ernährungskonzept, welches einer Mangelernährung von an Demenz erkrankten Menschen vorbeugen soll. Demenzkranke verlieren häufig das Hunger- und Durstgefühl, wodurch sie vergessen ausreichend zu essen und zu trinken.

Zudem haben viele einen hohen Bewegungsdrang oder auch eine sogenannte Hinlauftendenz. Hinlauftendenz heißt, sie möchten zu einem bestimmten Ort laufen, zum Beispiel zum früheren Wohnhaus. Es fällt ihnen daher oft schwer still am Tisch zu sitzen. Zudem können manche auch nur noch kleine Portionen Nahrung aufnehmen. Im „Eat by Walking“-Konzept wird Fingerfood an verschiedenen Plätzen im Wohnbereich platziert und auch außerhalb der regulären Mahlzeiten angeboten. So ermöglicht es Menschen mit Demenz eine ausreichende Nahrungsaufnahme, indem diese auf die speziellen Bedürfnisse anpasst wird.

Hierzu müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein wie z. B.:

  • Das angebotene Essen muss haltbar und temperaturunempfindlich sein.
  • Es muss es so dargereicht werden, dass keine Verletzungsgefahr besteht.
  • Es sollte in kleinen, aber ansprechenden und vielfältigen Portionen angerichtet sein, die verschiedene Wahlmöglichkeiten bieten.

Außerdem muss das Pflegepersonal darauf achten, dass das Essen nicht in Taschen gesteckt wird und, dass die Bewohner regelmäßig Hände waschen. Für alle Beteiligten ein höherer Aufwand. Trotzdem möchten wir ausprobieren, ob es bei unseren Bewohner*innen ankommt und ihre Ernährung positiv beeinflusst.

Unsere FSJ-ler und Azubis haben sich dem Projekt in Eigenregie angenommen und testen „Eat by Walking“ in einer ersten Phase vom 21.bis 24.02. aus.

 

Quelle: Bild von Demian Grygorchuk auf Pixabay