Beziehung, Verständnis und Respekt

Pflege bei Demenz

Menschen, die an Demenz erkrankt sind, bedürfen einer ganz besonderen Pflege und Betreuung. Bei Kessler-Handorn unterstützen, pflegen und betreuen wir Demenzkranke gezielt in den verschiedenen Stadien der Erkrankung und sorgt für eine hohe Lebensqualität.

Von beginnender Demenz bis zu stark ausgeprägter Demenz gibt es verschiedene geeignete Pflege- und Wohnformen. Wir können Sie mit ambulanter Pflege, Tagespflege, Pflegewohngemeinschaften und stationärer Pflege umfassend unterstützen.

Stationäre Pflege bei fortgeschrittener Demenz

In unserer stationäre Pflege leben dementiell veränderte Menschen, die körperlich mobil sind, in homogenen Wohngruppen mit angepassten Betreuungsformen. Die Wohnbereiche sind milieutherapeutisch gestaltet, d.h. sie sind mit Möbeln und Gegenständen in Farben und Formen so ausgestattet, wie es die Bewohner aus ihrer Kindheit und Jugend kennen. Hierdurch wird das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit gestärkt. Auch die anderen Wohnbereiche und das eigene Wohnumfeld sind mit  Orientierungshilfen versehen.

Das Zusammenleben mit einer überschaubaren Anzahl von Bewohnern, unter denen eine persönliche und familiäre Atmosphäre entsteht, trägt wesentlich zu einem Gefühl der Annahme und Sicherheit bei. Zudem sorgen die intensive Biografiearbeit und ein abwechslungsreiches Aktivitätenprogramm für einen strukturierten Alltag. 

Ein gelingender Alltag, ohne Zwang und der Respekt vor der Persönlichkeit sind uns sehr wichtig. Daher leben unsere Bewohner und Bewohnerinnen bei uns freiwillig und ausschließlich in offenen Wohnbereichen unter Berücksichtigung ihrer Privatsphäre. Sie können sich frei im gesamten Haus oder Garten bewegen und werden nach Möglichkeit von einem Mitarbeiter begleitet. Anfänglich vorhandene Hinlauftendenzen nehmen dadurch im Lauf der Zeit ab oder verschwinden ganz und die Bewohner und Bewohnerinnen entspannen sich.

Ihre Ansprechpartner

Heidemarie Sauerbaum

Einrichtungsleitung

Telefon: 0631 3173 0
E-Mail: heidemarie.sauerbaum@kessler-handorn.de

Antonina Siracusa

Antonina Siracusa

Pflegedienstleitung
Pflegewohngemeinschaften

Telefon: 0631 3173 706
E-Mail: antonina.siracusa@kessler-handorn.de

Gerontopsychiatrische Spezialisierung

Eine gute gerontopsychiatrische Pflege und Betreuung führt dazu, dass demenziell veränderte Menschen zufrieden leben können. Die Grundlage für eine gelingende Betreuung der an Demenz erkrankten Bewohner ist einerseits die besondere Qualifizierung der Mitarbeiter und andererseits die Anpassung der wohnlichen Gestaltung an die Bedürfnisse der Bewohner.

Die Orientierung an ihrer Lebensgeschichte, Körpernähe und Wertschätzung zusammen mit einer zulassenden Grundhaltung gegenüber Fehlverhalten und Defiziten unterstützen Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen. So können sie sich selbst als Person erfahren und Person bleiben. Wertschätzende Haltung, fachlich fundiertes Hintergrundwissen, Humor, viel Menschlichkeit und ein strukturierter Tagesablauf helfen demenzerkrankten Menschen zufrieden zu sein und sich angenommen zu fühlen.

Menschen mit einer Demenz brauchen eine veränderte Kommunikationsart. Die Gestaltung von Beziehungen spielt eine große Rolle im Alltag. Demenzerkrankte leben in ihrer eigenen Realität, diese erforschen wir und gehen einfühlsam darauf ein. Das Wohlbefinden der Bewohner hängt von der Haltung, der Beziehungsfähigkeit sowie der Kommunikationsfähigkeit der betreuenden Mitarbeiter ab und hat bei uns immer oberste Priorität.

Unser qualifiziertes Team kennt die Möglichkeiten und Grenzen von Medikamenten und ist über deren Wirkung sowie über verschiedene Therapieverfahren bestens informiert. 

In unserer Einrichtung legen wir großen Wert auf Privatsphäre, Individualität und Selbstbestimmung der Bewohner. Ebenso sind uns die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter, Hygiene und Sicherheit sehr wichtig.

Biografiearbeit

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Ein wichtiger Schwerpunkt der Betreuung dementiell veränderter Menschen ist die Berücksichtigung ihrer Biographie. Aus der Beschäftigung mit dem gelebten Leben unserer Bewohner ist es uns möglich, wichtige Informationen zur Gestaltung für den Alltag des Betroffenen herzuleiten.

Ganz wichtig ist, die Biographie zu kennen, sowie die Vorlieben und Abneigungen gerontopsychiatrisch veränderter Menschen zu erfahren. Die Biografiearbeit ermöglicht unseren Pflegemitarbeitern, sich auf den Menschen, den sie betreuen, einzustellen und einzustimmen. Hierbei gilt es, Informationen über die Angehörigen, Lebenspartner, Verwandte und Freunde oder den Betroffenen selbst – sofern dieser in der Lage dazu ist – zu sammeln. Jeder Mensch ist anders, hat einen eigenen Charakter, eine ausgeprägte Persönlichkeit, die es durch die gezielte Betreuung zu erhalten oder wiederherzustellen gilt. Der Mensch bleibt in seiner Einzigartigkeit etwas Besonderes bis an sein Lebensende, ob mit oder ohne gerontopsychiatrischer Veränderung.

Tätigkeiten aus dem früheren Alltagsleben, wie zum Beispiel Wäschelegen, werden unter Begleitung unserer Mitarbeiter wieder aufgenommen. Damit können die Bewohner ihre innere Unruhe, die aus dem “Nichtstun” heraus entsteht, besänftigen.

Die Angehörigen sind für unsere Mitarbeiter wichtige Partner einer gelingenden Betreuung. Ihre Erfahrungen und ihr Expertenwissen nehmen wir gerne an.

Sie benötigen Unterstützung und haben Fragen zu Demenz?

Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Verhalten Demenzerkrankter

Menschen mit einer Demenz entwickeln oft ein herausforderndes Verhalten. Sie können ihre Emotionen, Bedürfnisse und Wünsche nicht mehr verbal äußern. Die Erkrankung ist oft so schwerwiegend, dass sie trotz aller Bemühungen eine innere Unruhe und Unzufriedenheit entwickeln und dadurch kaum zur Ruhe kommen.

Sie äußern ihre Unausgeglichenheit möglicherweise durch Schreien, Spucken, Treten, Beißen, oder sie leben, z.B. bei Morbus Pick oder frontotemporale Demenz, ihre Sexualität oder ihre Stimmungsschwankungen ungefiltert aus und es kommt zu Beschimpfungen und tätlichen Angriffen auf Pflegende.

Unsere qualifizierten Mitarbeiter wissen, wie sie diese Menschen in den verschiedenen Stadien ihrer Erkrankung gezielt unterstützen und begleiten können. Es sind diese kleine Momente des „sich Spürens“, die den Betroffenen eine hohe Lebensqualität trotz Demenz ermöglichen.