Würdevoll begleiten: Palliative Care und Hospizkultur bei Kessler-Handorn

Wenn eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist oder sich ein Mensch am Ende seines Lebens befindet, verändert sich vieles – für den betroffenen Menschen selbst, aber auch für seine Angehörigen. Diese Zeit ist häufig geprägt von Sorgen, Unsicherheit, Trauer und vielen offenen Fragen.

Umso wichtiger ist eine Begleitung, die nicht nur pflegerisch und medizinisch gut ist, sondern auch menschlich. Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich sicher und respektiert fühlen. Angehörige brauchen in dieser oft belastenden Situation ebenfalls Orientierung, Verständnis und Unterstützung.

Was bedeutet Palliativpflege?

Das Ziel der Palliativpflege ist es, belastende Symptome zu lindern und die Lebensqualität von schwer oder unheilbar erkrankten Menschen bestmöglich zu erhalten.

Dabei geht es nicht nur um die körperliche Pflege. Auch psychologische, soziale, seelsorgerische und spirituelle Bedürfnisse können eine wichtige Rolle spielen. Jeder Mensch erlebt Krankheit, Abschied und Sterben anders. Deshalb orientiert sich gute Palliative Care immer an der persönlichen Situation, den individuellen Wünschen und den Bedürfnissen des einzelnen Menschen.

Bei Kessler-Handorn hat die Palliativpflege einen besonderen Stellenwert. Viele Bewohnerinnen und Bewohner leben bis zu ihrem Lebensende in unserem Wohn- und Pflegeheim. Für uns bedeutet das, sie auch in dieser letzten Lebensphase verlässlich, sensibel und würdevoll zu begleiten.

Lebensqualität und Selbstbestimmung bis zuletzt

Auch im fortgeschrittenen Stadium einer nicht heilbaren Erkrankung kann vieles dazu beitragen, Lebensqualität zu erhalten.

Das können eine gute Schmerztherapie und die Linderung körperlicher Beschwerden sein, aber auch vertraute Menschen, persönliche Rituale, Ruhe oder kleine Dinge, die Sicherheit und Wohlbefinden geben.

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie ihren Angehörigen herauszufinden, was in dieser Lebensphase besonders wichtig ist.

Dabei berücksichtigen wir körperliche, soziale, psychologische, spirituelle und religiöse Bedürfnisse. Auch rechtliche Fragen spielen eine wichtige Rolle, etwa eine vorhandene Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht.

Sterbebegleitung bei Kessler-Handorn

Zur Palliativpflege gehört auch die bewusste Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer. Diese Themen sind für viele Menschen mit Unsicherheit und Ängsten verbunden. Eine gute Begleitung kann dabei helfen, Orientierung und Sicherheit zu geben.

Gemeinsam mit dem ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst in Kaiserslautern haben wir ein Konzept zur Sterbebegleitung entwickelt. Die enge Zusammenarbeit unterstützt uns dabei, Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase fachlich und menschlich gut zu begleiten.

Dabei wird unter anderem geregelt, wie Bewohnerinnen und Bewohner individuell begleitet und wie Angehörige, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Therapeutinnen und Therapeuten einbezogen werden können.

Je nach persönlicher Situation arbeiten wir außerdem mit Schmerztherapeuten, Seelsorgern, Physiotherapeuten, Hospizdiensten und ehrenamtlichen Helfern zusammen.

Angehörige begleiten und einbeziehen

Eine schwere Erkrankung betrifft nie nur den erkrankten Menschen selbst. Auch für Angehörige ist diese Zeit oft emotional belastend.

Deshalb ist uns die Zusammenarbeit mit Familien und nahestehenden Personen besonders wichtig. Wenn es gewünscht und möglich ist, beziehen wir Angehörige in die Begleitung ein und geben ihnen gleichzeitig Raum für eigene Fragen, Unsicherheiten und den persönlichen Abschied.

Auch im Umgang mit Trauer möchten wir Angehörige nicht allein lassen.

Hospizkultur bedeutet Haltung

Hospizkultur ist für uns mehr als die Versorgung in den letzten Tagen eines Lebens.

Sie bedeutet, Sterben nicht auszublenden, sondern als Teil des Lebens anzunehmen. Sie bedeutet zuzuhören, Wünsche ernst zu nehmen, Nähe zu ermöglichen und persönliche Grenzen zu respektieren.

Vor allem bedeutet sie, einen Menschen auch am Lebensende als selbstbestimmte Persönlichkeit wahrzunehmen – und zugleich die Menschen, die ihm nahestehen, einfühlsam durch diese besondere Zeit zu begleiten.

Palliativpflege, würdevolle Sterbebegleitung und Hospizkultur